Kosten & Zinsen
Wann lohnt sich eine Umschuldung?
Bei einer Umschuldung ersetzen Sie einen oder mehrere bestehende Kredite durch einen neuen. Ob sich das lohnt, zeigt ein Vergleich der Gesamtkosten – nicht allein die niedrigere Monatsrate.
- FastCredit Redaktion
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Was bei einer Umschuldung passiert
Sie nehmen einen neuen Kredit auf und lösen damit bestehende Verbindlichkeiten ab, zum Beispiel einen Ratenkredit, mehrere kleinere Finanzierungen oder einen dauerhaft genutzten Dispokredit. Danach zahlen Sie eine Rate an einen Kreditgeber.
Ziel kann sein, Zinskosten zu senken, die Rate an eine veränderte Lebenssituation anzupassen oder mehrere Verträge übersichtlicher zu machen. Diese Ziele können sich widersprechen: Eine niedrigere Rate bedeutet nicht automatisch niedrigere Gesamtkosten.
Wann eine Umschuldung sinnvoll sein kann
- Der neue effektive Jahreszins ist spürbar niedriger als der des bisherigen Kredits, und die Ersparnis übersteigt die Kosten der Ablösung.
- Ein Dispokredit wird dauerhaft genutzt. Dispozinsen sind häufig höher als die Zinsen eines Ratenkredits. Feste Raten sorgen zudem für einen klaren Tilgungsplan.
- Mehrere Kredite laufen parallel. Eine Zusammenfassung schafft Überblick, rechnet sich aber nur, wenn die Konditionen insgesamt nicht schlechter werden.
- Ihre finanzielle Situation hat sich verbessert. Ob Sie dadurch günstigere Konditionen erhalten, hängt vom Kreditgeber und seiner Prüfung ab.
Welche Kosten Sie einrechnen müssen
Die Ersparnis durch einen niedrigeren Zinssatz ist nur eine Seite. Auf der anderen Seite stehen die Kosten, die durch die Ablösung und den neuen Kredit entstehen:
- Vorfälligkeitsentschädigung: Bei Allgemein-Verbraucherdarlehen mit gebundenem Sollzins ist sie nach § 502 BGB auf höchstens 1 % des abgelösten Betrags begrenzt, bei höchstens einem Jahr Restlaufzeit auf 0,5 %. Sie darf außerdem die bis zum Laufzeitende noch anfallenden Sollzinsen nicht übersteigen.
- Dispokredit: Er hat in der Regel keinen gebundenen Sollzins. Für die Rückführung fällt deshalb keine Vorfälligkeitsentschädigung an.
- Kosten des neuen Kredits: alle Kosten, die in den effektiven Jahreszins einfließen, sowie gegebenenfalls Kosten für freiwillige Zusatzleistungen.
Für Immobilienkredite gelten andere Regeln; dort kann die Vorfälligkeitsentschädigung höher ausfallen. Details im Artikel Sondertilgung und vorzeitige Rückzahlung.
Der Rechenweg: bisherige Kredite gegen neuen Kredit
Vergleichen Sie, was Sie ab heute insgesamt zahlen – einmal ohne und einmal mit Umschuldung. Die Übersicht zeigt, welche Werte Sie dafür brauchen:
| Position | Bisherige Kredite fortführen | Umschuldung |
|---|---|---|
| Ausgangsbetrag | Aktuelle Restschuld aller abzulösenden Kredite | Ablösebetrag: Restschuld plus etwaige Vorfälligkeitsentschädigung |
| Zinsen und Kosten | Noch anfallende Zinsen bis zum Ende der bisherigen Laufzeiten | Zinsen und Kosten des neuen Kredits über die gesamte neue Laufzeit |
| Summe | Alle noch ausstehenden Zahlungen | Gesamtbetrag des neuen Kredits |
Zahlen Sie eine Vorfälligkeitsentschädigung aus eigenen Mitteln, rechnen Sie sie auf der Seite der Umschuldung zusätzlich hinzu. Beim Dispokredit hängt die Summe davon ab, wie schnell Sie ihn ohne Umschuldung zurückführen würden.
Achten Sie darauf, dass die neue Laufzeit nicht deutlich länger ist als die bisherige. Rate und Gesamtbetrag des neuen Kredits für verschiedene Laufzeiten ermitteln Sie mit dem Kreditrechner.
Wann eine Umschuldung eher nicht lohnt
- Die Restschuld ist gering oder der bisherige Kredit läuft ohnehin bald aus.
- Die Zinsersparnis wird durch Vorfälligkeitsentschädigung und neue Kosten weitgehend aufgezehrt.
- Die niedrigere Rate entsteht nur durch eine deutlich längere Laufzeit.
- Der abgelöste Dispokredit wird danach erneut in Anspruch genommen. Dann bestehen am Ende zwei Verbindlichkeiten statt einer.
Wenn Sie Ihre Raten schon jetzt nicht mehr zahlen können, ist eine Umschuldung allein oft keine Lösung. In dieser Situation kann eine anerkannte Schuldnerberatung, etwa bei Wohlfahrtsverbänden oder Verbraucherzentralen, weiterhelfen.
Ablauf einer Umschuldung
- Aktuelle Restschuld und Ablösebetrag zu einem Stichtag beim bisherigen Kreditgeber erfragen.
- Angebote für den neuen Kredit mit passendem Betrag und vergleichbarer Laufzeit einholen.
- Die Kosten nach dem oben beschriebenen Rechenweg vergleichen.
- Den neuen Kredit beantragen. Ob der neue Kreditgeber die Ablösung direkt überweist oder Sie das selbst erledigen, hängt vom Kreditgeber ab.
- Daueraufträge oder Lastschriften für den alten Kredit erst beenden, wenn die Ablösung bestätigt ist.
Weitere Informationen zur Ablösung bestehender Kredite finden Sie auf der Seite Umschuldung.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Rechenbeispiele sind unverbindlich. Stand: 16. September 2026.